Let’s bake a cake – Entwickeln eines Webprojektes mit CakePHP

Seit einiger Zeit suche ich eine brauchbare Alternative zu PHP um Webseiten zu erstellen. Neben ASP.NET, Ruby und Python habe ich auch ein bisschen JSP angeschaut. Alle Lösungen waren mir jedoch in irgend einem Punkt unsympathisch. Da ich einzelne PHP-Basierte Anwendungen weiter verwenden möchte kann ich nicht ohne weiteres auf Tomcat/Jetty, etc umsteigen, ansonsten wäre JSP mit Velocity eine annehmbare Lösung gewesen. Zusammen mit Apache und mod_proxy oder mod_jk ist die Lösung jedoch nicht optimal. Insbesondere wenn mehrere Projekte zusammen laufen sollen wird es unter Umständen mühsam. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden ein PHP-Framework auszuprobieren. Meine Wahl fiel schlussendlich auf CakePHP.

CakePHP ist ein relativ kleiens PHP-Framework (ca. 5 MB) und funktioniert mehr oder weniger eigenständig. Man muss ein Zipfile in das Webverzeichnis des neuen Projektes entpacken und CakePHP ist mehr oder weniger bereit. Das Framework konzentriert sich auf Datenbankanwendungen, die Idee dabei ist, dass möglichst viel Arbeit vom Framework übernommen wird, so können zum Beispiel die Datenbanken von Hand generiert werden, und dann automatisch die “Models” und “Controler” sowie “Views” welche die Daten aus der Datenbank holen, verarbeiten, anzeigen und schliesslich wieder zurück speichern. Validierungen können direkt aus der Datenbank übernommen werden (zb. die Prüfung ob eine Variable nicht Null sein darf oder ob bei einem INTEGER-Feld wirklich eine Zahl eingegeben wurde, usw).

Ziel dieser Automatisierung ist es jeweils möglichst schnell auf funktionieren CRUD (Create, Read, Update Delete) Anwendungen zu kommen, da heisst Daten können erstellt, ausgelesen, bearbeitet und gelöscht werden. Standardmässig können zwei Benutzerlevel benutzt werden (‘normal’ und ‘admin’). Mit Hilfe einer Rechteverwaltung kann das Konzept jedoch beliebig fein eingestellt werden, so können einzelne Benutzer erstellt werden, Gruppen mit mehren Benutzer sowie Rollen welche den Benutzer oder Gruppen zugewiesen werden können und Rechte welche den Rollen verteilt werden. Mit den Rechten lässt sich dann steuern wer auf welche Funktionen zugreifen darf, also wer welche Daten lesen, schreiben, und löschen darf. Zusätzlich gibt es diverse Hilfsklassen, welche lästige aber notwendige Aufgaben übernehmen. Bilder, Links, etc. können so einfach eingefügt werden, so wird korrekter HTML-Code generiert und alle Links und Bilder haben eine korrekt relative URL egal an welcher stelle man verlinkt. Mit dem URL-Rewriting wäre dies von Hand oftmals gar nicht so einfach. Andere Hilfsklassen ermöglichen die automatische Generierung eines RSS-Feeds oder stellen einfach und zuverlässig Ajax-Funktionen und Elemente bereit und füttern diese mit den Daten aus der Datenbank.

Trotz den vielen Features ist das Framework recht gut aufgeräumt. Der Code welche ein Programmierer in seinem Projekt verwendet ist vollständig in einem Verzeichnis enthalten, so kann Cake aktualisiert werden, ohne dass Dateien aus dem eigenen Projekt überschrieben werden. Zu fast jedem Problem findet man jemanden der dafür eine Lösung gefunden hat, sei es eine Hilfsklasse die schon vorhanden ist oder eine selber geschriebene die man hinzufügen kann, etc. Zu CakePHP gibt es eine recht ausführliche Dokumentation, welche treffender weise Cookbook heisst: http://book.cakephp.org/ und zwei brauchbare Tutorials, welche eine schnelle und einfach Einführung bieten: Getting Started

Die Dokumentation wird auch in andere Sprachen übersetzt, jedoch empfehle ich die englische Version, da die Übersetzungen teilweise maschinell und daher nicht sonderlich gut übersetzt sind.

Für Webprojekte mit Datenbanken kann ich CakePHP empfehlen. Design, Content und Daten können einfach getrennt werden. Ein Webdesigner kann am Design rumbasteln ohne dass er gross mit dem Code dahinter in Berührung kommt.

Falls ihr noch nicht von CakePHP überzeugt sind, könnt ihr ja noch ein paar andere Frameworks anschauen. Hier gibt es eine kleine Übersicht: http://www.phpframeworks.com/

Viel Spass beim ausprobieren!

Programmierst du noch oder backst du schon 😉

2 thoughts on “Let’s bake a cake – Entwickeln eines Webprojektes mit CakePHP”

  1. Danke für die kleine Beschreibung von CakePHP. Hört sich für mich sympathisch, weil überschaubar und nachvollziehbar an. Ich habe bis jetzt nur Erfahrung mit classic ASP und VBScript und möchte jetzt umsteigen. Für mich stellt sich die Frage: ASP.Net oder ein PHP-Framework wie bspw. CakePHP? Was hältst du von ASP.Net?

  2. @stefan: bitte nimm ein php framework ich weiß wie umständlich und riesig aps.net ist. jede menge probleme mit dem IIS und windows server gibts dann noch als draufgabe! ein schlnaker linux server mit apache/mysql/php und cakephp als framework läuft um einiges besser und du wirst viel schneller zum ziel kommen. wenn dir w3c validations wichtig sind dann hast du mit cakephp die volle html/css/js kontrolle. mit asp.net ist das nicht wirklich der fall. da wird einfach zu viel automatisch generiert!
    ich schreibe gerade ein buch über effiziente webprogrammierung: http://www.effiziente-webprogrammierung.info vllt interessierts dich 😉

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